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Kabel-Theorie Welchen Einfluß hat die Kabelverbindung zwischen den HiFi-Komponenten auf den Hörgenuss? Im folgenden wird versucht, einige der Zusammenhänge deutlich zu machen. Im folgenden liegt das Hauptaugenmerk auf Lautsprecherkabeln, also der Verbindung vom (End-) Verstärker zu den Boxen. Im Anschluß gehen wir dann auf die NF-Kabel ein, mit denen Komponenten wie CD-Player, Tuner, Tape oder Plattenspieler zum Verstärker, bzw. Vor- und Endverstärker verbunden werden. 1. Lautsprecherkabel Einer landläufigen Einschätzung zufolge sollte ein Lautsprecherkabel aus Litze bestehen, einen großen Querschnitt haben und so kurz ist wie möglich sein. Das ist zwar im Prinzip nicht unrichtig, beschreibt allerdings nur einen Teil der Thematik. In Wirklichkeit ist der Sachverhalt erheblich komplexer und wir müssen weitere Einflussfaktoren zu betrachten. 1.1. Widerstand, Induktivität und Kapazität 1.1.1. Widerstand: Jedes Kabel setzt dem Strom einen (seriellen) Widerstand entgegen. Dieser verhält sich umgekehrt proportional zum Kabelquerschnitt. Als ungefährer Richtwert für Kupferlitze gelten hier: 0,75 mm2 = 0,042 Ohm pro Meter Entsprechend weist ein 3-Meter-Kabel von 2,0 mm2 einen Widerstand von gerade einmal einem zwanzigstel Ohm auf. Zum Vergleich: der Widerstand der Spule im Bass-Pfad einer Frequenzweiche (in der Regel zwischen 0,5 und 1,5 Ohm) macht ein vielfaches davon aus: Sind solch niedrige Werte dann nicht eigentlich zu vernachlässigen, zumal der damit verbundene Lautstärkeverlust definitiv nicht mehr hörbar ist? Auch wenn man 10 Meter mit nur 0,75 mm2 überbrücken möchte, sind wir noch nicht einmal bei einem halben Ohm. Den Lautstärkeregler kaum merklich etwas aufdrehen, und schon ist er Effekt ausgeglichen!? Auch was die Wärmeentwicklung im Kabel betrifft, so werden in den für Lautsprecherkabel typischen Größenordnungen keine kritischen Grenzen erreicht. Hätten wir es also lediglich mit dem ohmschen Widerstand zu tun, wäre das ganze kein Thema mehr. Leider haben spielen aber andere Faktoren eine Rolle. 1.1.2. Induktivität: Ferner weist jedes Kabel, gleichsam einer Spule, eine (serielle) Induktivität auf. Und - je länger das Kabel, um so höher die Induktivität. Und da eine Induktivität wie ein frequenzabhängiger Widerstand (mit negativem Einfluss auf die Höhen) wirkt, kann ein sehr langes Kabel zu einem Leistungsabfall im Hochtonbereich führen. Wie entsteht die Induktivität? Jeden Stromfluss umgibt ein Magnetfeld; und da wir es immer mit Hin- und Rückleiter zu tun haben, die in der Regel zudem noch sehr nahe beieinander liegen, beeinflussen sich deren Magnetfelder in „unangenehm“ homogener Weise. Diese magnetische Induktion (Magnetfeld um den Leiter) moduliert leider hochfrequente Signalanteile. Allerdings kann man diesen Effekt durch Verwendeln, bzw. Verflechten der Kabelstränge reduzieren, was zu einer teilweisen Auslöschung der Magnetfelder führt. Das ist der Grund, warum viele LS-Kabel verdrillt, bzw. wie Zöpfe verflochten sind. Allerdings sollte man das Thema ‘Kabel-Induktivität’ nicht überbewerten, denn wir haben es lediglich mit ein paar Nano-Henry (nH) pro Meter zu tun. Die diesbezüglichen Effekte bewegen sich daher, zumindest bei den HiFi-üblichen Kabellängen, noch sehr weit oberhalb hörbarer Frequenzen. 1.1.3. Kapazität: Ein großer Kabelquerschnitt sowie das Verwendeln oder Verflechten der Kabelstränge können aber auch Nachteile mit sich bringen. Die Kabelstränge verhalten sich nämlich wie Anode und Kathode eines Kondensators und weisen eine Parallel-Kapazität (in der Regel im Bereich Pikofarad pro Meter) auf, die proportional zu Kabelquerschnitt und Kabellänge größer wird. Die Auswirkungen sind dabei nicht klanglicher Natur, sondern liegen in der Belastung des Verstärkers. Eine zu hohe Kapazität bewirkt Phasendrehungen im Ausgangssignal. Der Verstärker reagiert mit Schwingungen und kann das Signal nicht mehr sauber kontrollieren. Ergo werden die Stabilitätsreserven des Verstärkers reduziert. In Extremfällen kann der Verstärker sogar beschädigt werden. Moderne Verstärker verkraften jedoch in der Regel locker Kapazitäten bis über 3.000 pF (Pikofarad). Im Bereich der “üblichen” Kabellängen werden zudem solch hohe Kapazitäten nicht annähernd erreicht. Bei extrem langen Kabeln kann man ggf. die Vertärker-Stabilität beim Hersteller erfragen. 1.2. Kabelgeometrie, Material und Isolation Man kann einen gewünschten Kabelquerschnitt durch Hunderte feiner Litzen realisieren, aber auch durch einen dicken Einzelleiter (Solid Core). Was ist besser?. Auch stellt sich die Frage, ob wir für den Transport von hohen und tiefen Frequenzen das selbe Kabel benötigen. Welche Rolle spielen Kabelmaterial und Isolation? 1.2.1 Kabelgeometrie: Der Stromfluss und das ihn umgebende Magnetfeld sind untrennbar miteinander verbunden; wie jeder Stromfluss sich mit einem Magnetfeld umgibt, so erzeugt jedes Magnetfeld im Gegenzug auch einen Strom. Das Magnetfeld wirkt außerhalb des Kabels, bzw. um dieses herum, während der Strom hingegen im Kabel fließt. Der Wirkungsgrad dieser gegenseitigen „Beziehung“ ist ergo an der Kabeloberfläche am größten. Des weiteren gilt, dass kräftige Ströme (in unserem Falles insbesondere die Bässe) große Magnetfelder erzeugen, geringe Ströme (hohe Frequenzen) hingegen kleine. Wenn nun geringe Ströme, also entsprechend kleine Magnetfelder, einhergehen mit einem großen Kabelquerschnitt, wird ein Stromfluss nur an der Peripherie (Skin) des Kabels möglich sein. Man spricht deshalb vom Skin-Effekt. Die Kabelmitte ist zu weit von der Peripherie und damit vom Magnetfeld entfernt. Ergo wird die Strom-Magnetfeld-Wechselwirkung unterbrochen. Der große Kabelquerschnitt kann nicht voll ausgenutzt werden. Das ganze wirkt sich bei HiFi-üblichen LS-Kabelquerschnitten in vollem Umfange zwar erst oberhalb von 20 kHz aus, beginnt aber bereits im hörbaren Frequenzbereich und ist damit für unsere Betrachtungen nicht ganz zu vernachlässigen. Im Tieftonbereich tritt dieser Effekt naturgemäß erst bei bei entsprechend sehr großen Kabelquerschnitten auf und ist für den HiFi-Bereich zu vernachlässigen. Vielfach wird nun behauptet, der Skin-Effekt werde durch die vielen dünnen Einzelleiter der Litze vermieden. Leider aber unterliegt bei einer Litzengeometrie auch der komplette Strang dem Skineffekt und nicht etwa nur der Einzeldraht, weil sich Ströme und die sie umgebenden Magnetfelder addieren. Vergleicht man darüber hinaus Litze mit einem Kabel aus „dickem“ Einzeldraht (Solid Core), dann hat Litze sogar noch den Nachteil, dass die Einzelleiter nicht ideal geordnet anliegen. Der Draht, der an der einen Stelle außen liegt, befindet sich ein Meter weiter möglicherweise in der Mitte des Strangs. Dem Skin-Effekt folgend käme es dann zu permanenten „Sprüngen“ zwischen den Einzel-Leitern, was die Phasenhomogenität im Oberwellenbereich verschlechtert, was wiederum auf unpräzise Höhen schließen lässt. Die Hörbarkeit dieses Phänomens ist jedoch nicht nachgewiesen.Der Nachteil des Einzeldrahts hingegen hat zu tun mit der Kabelinduktivität. Da außer Hin- und Rückleiter nichts zu verwendeln oder zu verflechten ist, kann der Effekt kaum ausgeglichen werden. Um Abhilfe zu schaffen, arbeiten man mit 2 oder mehreren etwas dünneren Einzelleitern, um auf diesem Wege etwas zum verwendeln oder verflechten zu haben, ohne gleich die o.g. Nachteile der Litze in Kaufnehmen zu müssen. Eine weitere Gefahr des Einzelleiters ist die Brüchigkeit. Jedes, aber insbesondere häufiges Biegen führt zu einer Störung der kristallinen Struktur und ebenfalls zu einer Qualitätsminderung. 1.2.2. Das Kabel-Material Wenn wir von Kabeln sprechen, unterstellen wir in der Regel als Material Kupfer, das bezogen auf den vom Kompromiss zwischen Bezahlbarkeit und Leitfähigkeit, auch tatsächlich beste Lösung zu sein scheint. Silber ist sicher besser, allerdings mit sehr kritischen Verarbeitungstoleranzen. „Gutes Kupfer ist besser als schlechtes Silber!“. Gold ist gegenüber der landläufigen Meinung kein sehr guter Leiter; es eignet sich lediglich an den Kontaktstellen hervorragend, da es anschmiegsam ist und nicht korrodieren kann. Damit sind wir aber bereits inmitten der Qualitätsdiskussion. Kupfer ist keineswegs gleich Kupfer. Für einen (nahezu) widerstandsfreien Stromfluss ist die kristalline Struktur, bzw. die Anzahl der Kristall pro Meter nicht unwichtig. Je länger der einzelne Kupferkristall ist, bzw. je weniger Kristalle zu überwinden sind, desto besser. Um lange Kristalle zu ziehen, sind jedoch spezielle und aufwendige Fertigungsprozesse nötig, die das fertige Kupfer entsprechend teuer machen. Ähnliches gilt für die Reduzierung des Sauerstoffgehalts. Je geringer dieser ist, um so besser für den Stromfluss und desto niedriger die Korrosionsanfälligkeit (Oxidation) des Metalls. Allerdings bewegen wir uns auch hier mitunter bereits an den Grenzen der Wahrnehmbarkeit. Was die Qualität des Kupfers betrifft, haben wir bereits die 8. Stelle hinter dem Komma erreicht. Reinheitsgrade von 99,99999995% werden mit denen 99,99999997% und 99,99999999% verglichen. Schließlich spielt auch noch die Oberflächenstruktur eine Rolle, die den Wellenwiderstand eines Kabels in den hohen Frequenzen beeinflusst. Je glatter die Oberfläche, desto besser. Oftmals werden Kabeloberflächen genau deshalb versilbert. 1.2.3. Isolation: Die Isoliermaterialien der einzelnen Leiter sowie des Gesamtstranges sind in der Regel wichtiger als die heutzutage fast immer sehr gute Metallqualität. Da es den 100%-igen Isolator nicht gibt, wirkt das Isoliermaterial wie ein Dielektrikum und nimmt permanent Ladung auf und gibt sie wieder ab. Allerdings treten dabei zeitliche Verzögerungen auf, was die Impulswidergabe verschlechtert. Da die Aufnahmefähigkeit der Ladung neben dem Isolationswiderstand auch mit der (Isolier-) Materialmenge einhergeht, verstärkt sich dieser Effekt linear mit der Kabellänge. In der Literatur wird oftmals auch von einer „parallelen Ableitung“ gesprochen, was aber nichts anderes ist als der Kehrwert des Isolationswiderstands. Ergo: je geringer die Parallelableitung, bzw. je größer der Isolationswiderstand, desto besser! 1.2.4. Stereobetrieb Es stellt sich zudem die Frage, ob die Lautsprecherkabel zu den beiden Boxen gleich lang sein müssen. Um Widerstand, Induktivität, Kapazität, Dämpfungsfaktor, etc. und damit auch die Klanghomogenität gleich zu schalten, kann die Antwort nur „Ja“ heißen. Theoretisch ist es allerdings durchaus möglich, ein ggf. kürzeres Kabel mit einer entsprechenden passiven Schaltung (aus seriellem Widerstand, serieller Induktivität und Parallelkapazität) künstlich anzupassen. Auch eine solche Lösung ist auf dem Markt verfügbar. 1.2.5. Die Laufrichtung und Einspielzeit Viele Hersteller propagieren eine Laufrichtung der Lautsprecherkabel. Es heißt, dass klangliche Unterschiede auftreten, je nachdem welche der Kabelseiten am Verstärker und welche am Lautsprecher angeschlossen sind. Sicher ist das Ziehen der Kupferstränge beim Fertigungsprozess, bzw. beim Verseilen richtungsrelevant. Ob dadurch allerdings unterschiedliche Kapazitätsunterschiede zwischen Pluspol und Masse auftreten, die die Symmetrie von Hin- und Rückleiter widerlegen, wird in der Literatur uneinheitlich diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob die entsprechenden Unterschiede messbar, geschweige denn hörbar sind. Ebenso wird diskutiert, ob Kabel zur Erzielung ihres Klangoptimums eine Einspielzeit benötigen. Da Isoliermaterialien, wie bereits beschrieben, wie ein Dielektrikum wirken, haben wir es mit einem Phänomen zu tun, das mit dem Memory-Effekt bei Batterien verglichen werden kann und somit einer „Sättigungsphase“ unterliegt. 1.3. Der Dämpfungsfaktor Der Dämpfungsfaktor ist der Indikator für die „innere Reibung“ in einem Kabel. Wie wir wissen, liefert der Verstärker über das Kabel den Strom, der im Lautsprecher in Bewegungsenergie (Membranhub) umgewandelt wird. Umgekehrt ist es jedoch genauso wichtig, das Ausschwingverhalten zu kontrollieren, also die Hübe der Membran(en) „abzubremsen“, wenn der Strom, z.B. nach einem elektrischen Impuls, ausbleibt. Da auch im Lautsprecher die Wechselwirkung von Strom und Magnetfeld gilt, haben wir es hier mit einer „unerwünschten“ magnetischen (Selbst-) Induktion zu tun, die tunlichst gebremst werden muss. Der entsprechende Dämpfungsfaktor sagt etwas über die Stärke dieser „Bremsen“ aus; je höher er ist, desto besser. Er errechnet sich aus dem Verhältnis von Eingangswiderstand zu Ausgangswiderstand. Nehmen wir an, der Eingangswiderstand des Lautsprechers sei 8 Ohm, der Ausgangswiderstand des Verstärkers 80 mOhm, dann entspräche das einem Dämpfungsfaktor von 100. Der Dämpfungsfaktor is also insbesondere auch abhängig von der Lautsprecherimpedanz. Typische Werte für moderne Verstärker liegen, bezogen auf 8 Ohm, bei 80 und gehen hoch bis auf 250, zuweilen auch mehr. Röhrenverstärker mit ihren recht hohen Ausgangswiderständen weisen dagegen erheblich niedrigere Werte auf, bis zu 10 oder sogar weniger. Leider sind weder beim Verstärker noch beim Lautsprecher die Werte über alle Frequenzen konstant. Daher ist der nominale Dämpfungsfaktor (gemessen bei 1000 Hz) nur ein Anhaltspunkt, insbesondere wenn man bedenkt, daß zum einen moderne Hochtöner einen erheblich besseren (mechanischen) Eigen-Dämpfungsfaktor haben als Basslautsprecher, zum andern Verstärker in der Regel in den oberen Frequenzen keinen so guten Dämpfungsfaktor aufweisen wie im unteren Frequenzbereich. Welche Parameter beeinflussen den Dämpfungsfaktor? Prinzipiell alle Arten von Widerständen in der Kette zwischen Verstärker und Lautsprecher, am stärksten in der Regel der Serienwiderstand der Frequenzweiche im Lautsprecher selbst. Ein Serienwiderstand von nur 0,4 Ohm in der Bass-Spule der Weiche eines 8 Ohm Lautsprechers, was bereits ein exzellenter Wert ist, reduziert einen Dämpfungsfaktor von 100 schon auf unter 17! Aber auch der Widerstand des Kabels und damit insbesondere die Kabellänge sind von Bedeutung. Weiter oben haben wir berechnet, dass ein 10 Meter langes Kabel mit nur 0,75 mm2 Querschnitt einen Widerstand von 0,42 Ohm aufweist. Mit den 0,4 Ohm der Weiche sind also 0,82 Ohm zu überwinden, was dazu führt, dass von einem nominalen Dämpfungsfaktor von ursprünglich 100 jetzt gerade einmal 8,9 übrigbleiben. Wie wir sehen, hat der Kabelwiderstand, und damit Kabelquerschnitt und Länge, einen spürbaren Einfluss auf den Dämpfungsfaktor. Die entsprechende Formel steht weiter unten. Hätten wir es statt 100 mit einem Dämpfungsfaktor von 250 zu tun, so blieben statt 8,9 auch nur gerade 9,4 übrig, woran man sehen kann, dass, gegenüber der landläufigen Meinung der nominale Dämpfungsfaktor des Verstärkers relativ unbedeutend ist, wenn wir das System insgesamt bewerten wollen. Viel wichtiger ist als der „resultierende Dämpfungsfaktor“ unter Einbeziehung aller Parameter. Als Faustregel sollte hier ein Wert von 10 nicht unterschritten werden. Ein zu niedriger Dämpfungsfaktor führt zu einer „definitiv hörbaren“ Klangverschlechterung aufgrund der mangelnden Kontrolle des Verstärkers durch die weiter oben beschriebene Selbstinduktion der Lautsprecher. Weiche, schwammige Bässe, aber auch unpräzise Höhen sind die Folge. Den resultierenden „effektiven“ Dämpfungsfaktor berechnet man näherungsweise mit folgender Formel: D-effektiv = LS-Impedanz / (LS-Impedanz / D-nominal + Rx) - Die LS-Impedanz (Impedanz des Lautsprechers) wird in der Regel bei 8 oder 4 Ohm liegen. - D-nominal, der Nominal-Dämpfungsfaktor, ist immer der für 8 Ohm relevante Wert, der aus den technischen Daten des Verstärkers zu entnehmen ist. - Rx ist die Summe aller sonstigen Widerstände die sich aus Serienwiderstand von Frequenzweiche und Kabel ergeben. Hierzu gehören, genau genommen, noch die Übergangswiderstände der Kontakte & Lötstellen, die in der Regel zwischen 0,01 und 0,1 Ohm angesetzt werden können. Wie man sieht ist es nicht einfach, den Wert von Rx ohne exakte Messungen überhaupt zu bestimmen. - Wie man der Formel entnehmen kann, verbergen sich hinter Rx die markantesten Ursachen für einen niedrigen Dämpfungsfaktor und dort insbesondere der ohmsche Widerstand der Frequenzweiche. Hierzu noch einige vergleichende Beispiele: a) Gehen wir von einer 8 Ohm Box mit Bass-Spulenwiderstand von (exzellenten) 0,4 Ohm aus. Wir schließen die Box mit einem 4,5 Meter Kabel von 2 mm2 Querschnitt an einen Verstärker mit einem Nominal-Dämpfungsfaktor von 250 an. Die Summe aller Kontaktwiderstände sei 0,1 Ohm. Dann ergibt sich ein resultierender Dämpfungsfaktor von 13,2. b) Falls, der Verstärker einen Dämpfungsfaktor von nur 100 hätte, also zweieinhalb mal schlechter, würden wir lediglich auf 12,2 sinken. Kaum der Rede wert! c) Oder wir verlängern (gegenüber dem ersten Fall) das Kabel auf 9 Meter, also auf die doppelte Länge; dann würde der resultierende Dämpfungsfaktor lediglich auf 11,7 sinken. Auch noch kein Problem! d) Wenn die Konstrukteure unserer Box allerdings an der Frequenzweiche gespart haben und der Widerstand der Bass-Spule jetzt 0,8 Ohm (statt 0,4 Ohm) aufweist, dann sinkt der resultierende Dämpfungsfaktor (von den ursprünglichen 13,2) auf nur noch 7,9. Wie man sieht, ist der kritische Faktor die Lautsprecherbox, bzw. die Qualität ihrer Bauteile. Eine (nicht ganz präzise) Faustregel hierzu: Der resultierende effektive Dämpfungsfaktor entspricht in etwa der maximal vertretbaren Kabellänge in Metern. Bei D=7,9 sollte man tunlichst Kabellängen über 8m vermeiden. Noch ein wichtiger Hinweis: Man könnte innerhalb dieser Mathematik zu dem Schluss kommen, daß man es bei bei 8-Ohm Lautsprechern mit “besseren” (weil doppelten) Dämpfungsfaktoren zu tun hat als mit 4-Ohm Boxen. Leider weist dann aber auch (bei vergleichbarer Konfiguration und Übergangsfrequenz) die Bass-Spule in der Frequenzweiche die doppelt Induktivität auf, was auch mit einem doppelten ohmschen Widerstand einhergeht. Um das ganze in der Simulation zu zeigen, können Sie sich eine Excel-Datei (damping.zip / 11KB) herunterladen, mit der Sie Ihren Dämpfungsfaktor berechnen können. Für einige bekannte LS-Kabel liegen die Eingangswerte (Induktivität, Widerstand, Kapazität) sogar bereits vor. Sie brauchen nur 4 Werte (blaue Schrift) eingeben: a) die Nominal-Impedanz ihrer Box (in der Regel 4 oder 8 Ohm); sollte bekannt sein! Der letzte Wert wird nicht einfach herauszubekommen sein: Bei HiFi-Standardweichen liegt dieser Wert für 8-Ohm-Boxen bei etwa 1,0 Ohm und bei 4-Ohm-Boxen bei ca. 0,5 Ohm. Im Top High-End-Bereich gehen diese Werte je nach Topologie der Spule erheblich niedriger (ggf. unterhalb 0,5 Ohm bei 8-Ohm-Boxen, bzw. 0,25 Ohm bei 4-Ohm-Boxen). Nach Eingabe der Werte sehen Sie in den Spalten ’P’ und ‘Q’ den resultierenden Netto-Dämpfungsfaktor, sowohl ohne (EXcluding), als mit (INcluding) Einbeziehung der des Frequenzweichenwiderstands. Wie Sie sehen werden spielt die Kabellänge bzw. der Verstärker-Dämpfungsfaktor eine viel geringere Rolle als die Weiche. Gehen Sie davon aus, daß ein resultierender Dämpfungsfaktor von über 10 bereits einen hervorragender Wert darstellt. Ganz rechts können Sie noch die empfohlenen Maximal-Längen für die entsprechenden Kabel abhängig von Widerstand, Induktivität und (in Abhängigkeit von der Kabellängen) Kapazität ablesen. 1.4. Bi Wiring / Bi-Amping Die gegenseitige Beeinflussung der elektromagnetischen Felder im Stromfluss ist bei tiefern Frequenzen sehr hoch ist, bei hohen Frequenzen hingegen niedriger, unterliegen die Höhenströme ggf. der Rückkopplung sehr kräftiger Tiefton-Ströme. Als Lösungsansatz wird das Bi-Wiring diskutiert. Man führt zwei separate Kabel, bzw. Kabelstränge vom Verstärker zum Lautsprecher, mit denen Hoch- und Tieftonbereich der Box getrennt voneinander versorgt werden. Das Ergebnis sei eine präzisere und seidigere Hochtonwiedergabe. Der Nachweis der Hörbarkeit ist jedoch in Fachkreisen umstritten. Eine Steigerung des Bi-Wiring ist das Bi-Amping, wo sogar separate Verstärker für die einzelnen Pfade verwendet werden. Der Theorie nach werden die typischen Negativ-Effekte insbesondere längerer Kabelwege mit Bi-Wiring hörbar abgemildert. Das ganze funktioniert jedoch nur bei völlig “voneinander getrennt” geführten Kabeln, deren Magnetfelder sich nicht mehr beeinflussen können. Bi-Wiring, wo man lediglich die einzelnen Leiter teilt, jedoch weiterhin in einem Kabelstrang führt, sind schlichtweg Unfug. Zudem raubt man damit den Einzel-Pfaden Kabelquerschnitt und man verschlechtert die Klangqualität ggf. sogar noch. Auch müssen im Bi-Wiring die Kabel gleiche elektrische Eigenschaften haben, andernfalls kann aufgrund unterschiedlicher Kabel-Kapazitäten eine Phasendifferenz zwischen den beiden Kabeln entstehen. Idealerweise wählt man daher identische Kabel für Hoch & Tieftonbereich, es sei denn man greift zu Hersteller-empfohlenen Bi-Wiring-Konfigurationen, wo ggf. der Höhen-Strang auch einmal einen etwas geringeren Kabelquerschnitt aufweist als der Bass-Strang. Viele Hersteller bieten bi-wiring-fähige Boxen an, die jeweils 2 Anschluss-Terminals haben, eines für den Tiefton-, das andere für den Mittelhochton-, bzw. Hochtonbereich. Anfangs sind diese durch eine Metallschiene oder durch kleine Kabelverbindungen überbrückt. Entfernt man diese Brücken, so kann man Tiefen und Höhen mit separaten Kabeln anschließen. Die Bi-Wiring-Trennfrequenz liegt bei einer 3-Wege-Box in der Regel zwischen dem Tiefton- und Mittelhochtonbereich, also etwa zwischen 200 und 1000 Hz, bei einer 2-Wege-Box naturgemäß oberhalb 1000 Hz. 2. NF-Kabel Prinzipiell gelten die gleichen Gesetzmäßigkeiten wie bei Lautsprecherkabeln, was Widerstand, Induktivität und Kapazität betrifft, Da aber zum Verstärker hin nur ganz geringe Ströme fließen, spielt der Kabelquerschnitt jedoch kaum mehr eine Rolle, zumal NF-Kabel in aller Regel auch erheblich kürzer sind als Lautsprecherkabel. Sicher spielen Geometrie, Material und Verarbeitung eine Rolle; allerdings wird man feststellen, das die hörbaren Unterschiede erheblich geringer sind als bei LS-Kabeln. Signifikante Unterschiede ergeben sich bei NF-Kabeln aus der Kabelgeometrie. Man unterscheidet die unsymmetrische von der symmetrischen Verbindung 2.1. Unsymmetrische Verbindung (Cinch-Verkabelung) 2.1.1. Die einfachste Form besteht aus einem Innenleiter (Ader, Kern oder Seele) für den positiven Kontakt und einer den Innenleiter umgebenen Abschirmung (Shield) für den Minus-Kontakt. Man nutzt hierbei den Schirm, der das Kabel von Störeinflüssen schützen soll, gleichzeitig für das Signal selbst. An beiden Enden befinden sich sogenannte Cinch-Stecker. 2.1.2. Eine aufwendigere Geometrie der Cinch-Verkabelung ist die Trennung von Schirm und Minusleiter. Hierzu benötigt man 2 Innenleiter, einen für Plus und einen für Minus, beide umgeben von einer separaten Abschirmung. Hierbei sollte der Schirm aber nur an einer Seite mit dem Minuspol verbunden werden. Damit ist zum einen die volle Abschirm-Wirkung gewährleistet, zum andern wird vermieden, daß der Schirm sich im Signalweg befindet. 2.2. Symmetrische Verbindung (XLR-Verkabelung) Die aufwendigste Form ist die symmetrische Verkabelung. Hier zu benötigt man zusätzlich zur Abschirmung 3 Signalleiter sowie einen (XLR-) Stecker, der diese 3 Kontakte beidseitig anbietet. Auch müssen die beteiligten Geräte entsprechende Buchsen für den symmetrischen Betrieb haben, was man in der Regel überhaupt nur im High-End-Bereich vorfindet. Bei symmetrischer Verkabelung werden 2 Plus-Leiter verwendet, wobei das entsprechende Signal in einen der beiden Leiter gegenphasig (180 Grad phasenverschoben) eingespeist wird. Auf der Verstärker-Seite wird diese Phasenverschiebung wieder rückgängig gemacht. Wenn nun auf dem Weg zum Verstärker eine Störung auftritt, so wird diese sich zwangsläufig auf beide Leiter phasengleich auswirken. Nachdem den Phasenausgleich haben wir es letztlich jedoch mit exakt gegenphasigen Signalen zu tun, die sich somit vollständig ausgleichen. Insbesondere bei sehr langen Signalwegen ist die XLR-Verkabelung der Cinch-Verkabelung ‘hörbar’ überlegen. 3. Die Qual der Wahl Bleibt noch die Frage nach der richtigen Lösung für den richtigen Zweck. Es ist sicher leicht einzusehen, dass es keine universelle Rezeptur gibt. Ist man bereit „richtig Geld“ auszugeben, was sich durchaus lohnen kann, so wird man sich mit den diversen Anbietern von speziellen Kabelgeometrien beschäftigen müssen. Unterstützend hierzu gibt es diverse Tests in den einschlägigen HiFi-Magazinen. Im folgenden eine (natürlich nur unvollständige) Aufzählung der Web-Adressen einiger Hersteller von HiFi-Lautsprecherkabeln in alphabetischer Reihenfolge Audioquest, www.audioquest.com Sie finden dort neben einer (mitunter auch verwirrenden) Vielfalt von Kabeln in verschiedensten Preislagen, aber zum Teil auch sehr gute weiterführende Literatur. Bei aller Technologieverliebtheit sollten Sie jedoch schließlich und endlich die „Endkontrolle“ Ihren Ohren und Ihrem persönlichen Geschmack überlassen. Zu diesem Zweck sollten Sie die Kabel, die Sie in der engeren Auswahl haben, vor dem Kauf miteinander vergleichen und zwar in Ihrer Wohnung und mit Ihrer eigenen HiFi-Anlage. Viele Händler ermöglichen Ihnen dies, sofern es sich nicht um exotische Kabellängen handelt. |
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